Fotografieren mit der Glaskugel

Fotografieren mit der Glaskugel

Die Welt auf den Kopf zu stellen und eine ganz andere Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken, dazu nutze ich sehr gerne die Glaskugel. In meinem Fotorucksack befindet sich immer mindestens ein „Lensball“ wie er auch gern genannt wird. Inzwischen habe ich viele verschiedene in unterschiedlichen Größen, denn in meinen Workshops oder VHS Kursen sind die Kugeln immer sehr beliebt. Wenn ein schönes Motiv gefunden ist, gibt es einiges zu beachten.

WARNHINWEIS!

Das erste, worauf ich hinweisen möchte, ist VORSICHT IN DER SONNE! Die Kugeln sind aus Kristallglas und wirken wie ein Brennglas, deshalb die Kugel bei Sonnenschein bitte nicht auf einen brennbaren Untergrund legen! Auch in der flachen Hand kann das ganz schön weh tun und man verbrennt sich wirklich schnell! Ein Freund legte die Kugel auf meiner Jacke ab und innerhalb von Sekunden war ein Loch im Stoff. Meinem Sohn gab ich am Strand die Kugel in die Hand und es brannte sofort! Ein Bekannter legte seine Kugel kurz aufs Armaturenbrett und hatte dann einen Brandfleck im Auto.

Welche Kugelgröße ist die Beste ?

Die meist gestellte Frage in meinem Workshop ist: “ Welche Kugelgröße ist die Beste?“. Angefangen habe ich mit der 7 cm Kugel und nutze diese auch heute noch am meisten. Später kam die 10 cm Kugel dazu. Allerdings hat diese Kugel auch schon ein gutes Gewicht und ich nehme Sie nur mit, wenn ich etwas Bestimmtes damit vor habe. Für die Handtasche habe ich noch eine Kleine mit 6 cm, denn auch mit dem Handy kann man wunderbare Kugelbilder gestalten!

Wo und wie lege ich die Kugel auf?

Es gibt spezielle „Stands“ für die Kugel, also einen Glaswürfel zum Beispiel oder winzige Ständer die man auf das Stativ aufschrauben kann. Mich stört daran, dass man diese Ablagemöglichkeiten immer im Bild sieht und dann mittels Photoshop entfernen muss. Das kann man sich sparen, indem die Kugel auf natürlichem Untergrund platziert wird. Zubehör gibt es massig, doch ich nutze keines davon. Meine Kugel transportiere ich in einer Objetivtasche mit einem Mikrofasertuch, um Fingerabdrücke und Schmutz abwischen zu können. Ist die Kugel sauber, lege ich sie z.B. auf einem Felsen ab. Danach schaue ich aus verschiedenen Winkeln zuerst hindurch, prüfe ob das Motiv interessant ist und entscheide dann, von wo ich die Kamera ansetze. Die meisten Kugelbilder mache ich mit Stativ, so habe ich die Hände frei, um die Kugel eventuell verlegen zu können. Der gewählte Winkel ist entscheidend für die Spiegelung im Inneren. Es sollte sich nicht zu viel vom Boden im oberen Bereich der Kugel spiegeln, sonst geht das Motiv unter. Deshalb wähle ich sehr gern einen schrägen Winkel von unterhalb der Kugel. Hier gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu. Ich achte darauf, mich nicht selbst in der Kugel zu spiegeln. Das „verunreinigt“ das eigentliche Motiv und ist nachträglich schwer am Computer zu entfernen. Meine Lieblingszeiten sind morgens und abends. Wenn das Licht weich und warm ist, entstehen tolle Stimmungen und man kann die Sonne als Blendendstern in der Kugel einfangen. Wichtig ist, das Motiv sollte durch die Kugel zu sehen sein, das kann ein knorriger Baum, ein Leuchtturm, ein Felsen oder vieles mehr sein. Das Motiv muss in der Kugel scharfgestellt werden, denn wenn der „Inhalt“ der Kugel unscharf ist, geht der Effekt des Spiegelns verloren. Je nachdem worauf die Kugel platziert wurde, kann später das Bild einfach gedreht werden. Ich lasse es gern auf dem Kopf. Auch spannend ist, zwei Kugeln hintereinander zu legen. So ist das Motiv in der vorderen Kugel richtig herum. Viele drehen in Photoshop die komplette Kugel im Bild, der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Schloss Heidelberg Doppel Kugel

Wo bekomme ich die Glaskugel und was kostet sie?

Der Preis richtet sich meist nach der Größe der Kugel. So habe ich für die 7 cm Kugel, bei einem großen Online-Anbieter, 20 Euro bezahlt. Es gibt Firmen die „qualitativ hochwertige“ Lensballs anbieten, dann kann so eine Kugel schnell 49 Euro kosten. Mir persönlich reichen die günstigen Varianten, solange keine Lufteinschlüsse zu sehen sind, völlig aus. Im Vergleich bekommen die teuren genauso schnell Kratzer wie die günstigen. Die Qualitätsunterschiede liegen in der Herstellung und im Material, wobei ich diese bisher nicht feststellen konnte. Gern lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen. Im Netz werden zumindest verschiedene angeboten ( Im Suchfeld „Lensball“ oder „Glaskugel für Fotografie“ eingeben) und da sollte nicht gleich mit der teuersten begonnen werden. Am Anfang passieren auch mal kleine Abstürze und dann ist es ärgerlich, wenn die Kugel teuer war.

Auf diesen Seiten werden Glaskugeln angeboten: Wer bis Juni 2019 bei Lensball etwas bestellt, auf den Code: NICOLESMOMENTS bekommt 15% auf die gesamte Bestellung.

www.rollei.de www.lensball.com www.benfershop.de

Welches Objektiv ist für Kugelbilder am besten geeignet?

Meine Lieblingslinse für die Glaskugel ist das Sigma 18-35 mm Objektiv und die Festbrennweite 55 mm von Canon. Beides sind Linsen mit Blenden ab f/1,8 und somit bestens für Lichtspiele geeignet. Ein schönes Bokeh hinter der Kugel und das Motiv in der Kugel gestochen scharf, so mag ich das. Je nach Motiv habe ich mehr oder weniger Hintergrund, dazu gibt es ein paar Beispielbilder mit Exif-Daten am Ende des Blogs. Manchmal nutze ich auch das 105 mm Macro von Sigma zusammen mit der 10 cm Kugel. Auch das 75-300 mm Teleobjektiv von Canon ist für Kugelbilder gut geeignet. Das einzig richtige Objektiv für diese Art von Fotografie gibt es nicht, denn mit den meisten Linsen lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Je nachdem mit welchem Kamerasystem gearbeitet wird, können verschiedene Brennweiten genutzt werden.

Wenn Ihr Fragen zur Kugel, Einstellungen, Linsen etc. habt, stellt mir diese gern in den Kommentaren. So kann ich hoffentlich alle beantworten und andere haben vielleicht die gleichen Fragen und finden hier die Antwort.
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Glaskugelbilder mit Exif Daten

MAKING OF

Posted on: 6. April 2019Nicole Herr

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